Auswirkungen von Veränderungen der Umwelt auf die Gesundheit

Eine kurze Zusammenfassung in eigenen Worten

Durch den Klimawandel verändert sich unsere Umwelt dramatisch. Die Konzentration von CO² in der Atmosphäre, Verunreinigung von Wasser und Luft, der Anstieg der Temperaturen, die Verschmutzung der Natur durch Müll und viele weitere Faktoren, die mit dem Klimawandel einhergehen, haben einen direkten Einfluss auf unsere Gesundheit.

Hitzewellen und Temperaturanstieg

Es wird erwartet, dass sich die Häufigkeit von Hitzewellen bis Ende des Jahrhunderts verdreifacht und die einzelnen Hitzewellen länger anhalten. Gesundheitsschäden durch Hitze sind z.B. Hitzeschläge, Herzkrankheiten bis hin zum Herzstillstand. Vor allem ältere Menschen und Menschen, die unter freiem Himmel arbeiten (z.B. Arbeiter auf Baustellen, Arbeiter in der Landwirtschaft) sind dabei besonders gefährdet. Allein die Hitzewelle 2003 verursachte europaweit 70.000 Todesfälle.

Es wird auch erwartet, dass die Zahl der Infektionskrankheiten deutlich ansteigt. Dies betrifft verschiedene Krankheiten wie Dengue-Fieber und Malaria, die bisher in Deutschland eher als „tropische Krankheiten“ bekannt waren.

Steigende Niederschläge und verschmutztes Trinkwasser

Durch steigende Meeresspiegel erhöht sich die Zahl der Flutopfer. Bis 2100 wird erwartet, dass jedes Jahr 112.400 Menschen von einer solchen Überflutung betroffen sind.

Auch die Stärke der Niederschläge nimmt in den nächsten Jahren zu und wird mit einem steigenden Risiko für die Entstehung und Verbreitung von übertragbaren (ansteckenden) Krankheiten wie dem Norovirus, Campylobacter (beides Erkrankungen mit starkem Durchfall) in Verbindung gebracht. Auch viele weitere Erkrankungen, die z.B. durch Nahrung, Tiere und verschmutztes Trinkwasser übertragen werden, werden zunehmend erwartet. Auch der Ausbruch der COVID-19 Erkrankung könnte somit mit dem Klimawandel und der steigenden Zahl an Erkrankungen in Verbindung gebracht werden, da solche Krankheitswellen in Zukunft immer häufiger auftreten können.

Luftverschmutzung

Im Jahr 2016 haben 91% der Weltbevölkerung keine saubere Luft zu atmen. Im selben Jahr sterben daher weltweit insgesamt sieben Millionen Menschen an den Folgen von Luftverschmutzung. Krankheiten, die mit Luftverschmutzung in Verbindung stehen, sind Lungenkrebs, Asthma, COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) und noch weitere Atemwegserkrankungen.

Eine aktuelle Studie zeigt auch, dass Luftverschmutzung die Todesrate bei Menschen, die mit dem Coronavirus infiziert sind, signifikant erhöht.

Eine starke Verschmutzung der Luft kann zudem unsere Lebensmittel wie Reis und Getreide verschmutzen und den Nahrungsgehalt in den Lebensmitteln verändern. Wir nehmen hierdurch und auch durch Mikroplastik und Verschmutzungen des Trinkwassers mehr Schadstoffe mit unseren Lebensmitteln in uns auf.

Sonstige Einflussfaktoren

Generell beeinflussen extreme Wetterlagen wie Dürren und Überschwemmungen durch Regenfälle auch die Landwirtschaft und somit direkt unsere Ernährung. Vor allem in ärmeren Ländern kann sich die Zahl der Hungernden durch Ernterückgang stark erhöhen. Bis 2050 wird erwartet, dass sich die Anzahl der weltweiten Todesfälle aufgrund von Mangelernährung um 529.000 erhöht.

Auch die Tatsache, dass wir zunehmend solch extremen Bedingungen ausgesetzt sind, kann Ängste und Depressionen begünstigen. Auch unser soziales Zusammenleben wird zunehmend vom Klimawandel beeinflusst. So wird erwartet, dass bis 2030 mehr als 100 Millionen Menschen durch den Klimawandel unter Armut leiden. Diese Begebenheiten zwingen die Menschen mehr und mehr aus ihrem bisherigen zu Hause zu flüchten.

Dies ist nur eine kurze Zusammenfassung der gesundheitlichen Herausforderungen, die mit der Veränderung unserer Umwelt einhergehen. Auch weitere Faktoren, wie Mikroplastik, toxische Industrieabfälle, die das Grundwasser verschmutzen, und noch viele weitere Bedrohungen beeinflussen die Gesundheit von jedem einzelnen von uns direkt.

Der Schutz des Klimas ist auch der Schutz deiner eigenen Gesundheit!

Quellen

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Scientists 4 Future Heidelberg/ N. Litke

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